Creepypastas schreiben

Das Schreiben von Creepypastas oder allgemeiner Horrorgeschichten ist ebenso wie das Vertonen ziemlich schwierig zu erklären, vor allem ohne einen ganzes Sachbuch zu schreiben. Jeder muss da seinen eigenen Stil finden. Diese sieben Punkte, die ich hier aufliste, sollen eher eine grobe Richtung geben und einen vor Stolpersteinen bewahren, als ein Schema aufzubauen, wie man diese Geschichten zu schreiben hat – das wäre auch Quatsch. Es ist zum Teil auch eher genereller Rat zum Schreiben und nicht nur spezifisch auf Creepypastas anzuwenden.



1. Schreiben

Wenn du schreiben willst, solltest du vor allem viel schreiben. Man wird besser, wenn man etwas häufiger macht. Deine zwanzigste Kurzgeschichte wird wahrscheinlich besser werden als deine zweite und so weiter.



2. Lesen

Die allermeisten guten Autoren lesen viel, egal ob sie für ein Publikum schreiben, welches selbst häufig liest oder nicht. Ein großer Wortschatz oder die Kenntnis von grammatikalischen Sonderlingen wie dem Konjunktiv 1 sind nicht immer dafür da, um angewandt zu werden, sondern um ein tieferes Verständnis der Sprache zu haben. Wenn du viel beziehungsweise mehr liest, wird sich dein Stil verbessern und du wirst neue, komplexere und interessantere Ideen haben.

Viele Creepypastas anzuhören wird dafür leider nicht reichen, denn jedes Medium ändert die Wirkung. Ein gesprochener Satz kann vom Vertoner so intoniert werden, dass die Bedeutung eine völlig andere ist. Es ist hierbei vom Vorteil auch Literatur zu lesen, die nicht zum Genre gehört, da man nur so neue Inspirationsquellen bekommt. Wenn du gar nicht liest, wird es schwer werden gut zu schreiben.



3. Regeln von Rechtschreibung und Grammatik

Die wenigsten Leute beherrschen eine Sprache gut oder perfekt. Viele Menschen machen Kommafehler und ähnliches – das ist auch nicht besonders schlimm. Aber wenn in jedem Satz mehrere Fehler sind, wird niemand deine Geschichte lesen wollen. Manch einer sagt: Ja, aber es geht doch um die Story und nicht darum, ob sie ohne Fehler ist. Das ist wahr, aber du machst es unnötig anstrengend deinen Text zu lesen. Mich persönlich reißen Fehler, besonders offensichtliche, sehr aus dem Fluss der Geschichte raus. Duden.de ist dein Freund.

Wenn du nicht weißt, was du zuerst lernen solltest, empfehle ich mit den Regeln zur wörtlichen Rede anzufangen – da sehe ich am häufigsten Fehler bei Anfängern.



4. Vermeide abgenutzte Themen

Der zwanzigste Serienkiller ist im Horrorbereich oft nicht interessant – tausend Mal gehört, tausend Mal gelesen. Klassische Creepypastafiguren wie Jeff the Killer würde ich komplett vermeiden. Warum sein Schreibfundament auf Scheiße aufbauen? Warum nicht etwas entwickeln, was spannend und neu ist?



5. Vermeide Geschwätz

Niemand will auf zehn Seiten die Beschreibung einer Gartentür lesen. Niemand will als ersten Satz eine Wetterbeschreibung lesen. Wenn etwas unwichtig ist, lasse es weg, bis du irgendwann wirklich weißt, wann es sich lohnt, etwas anscheinend Unwichtiges doch zu beschreiben. Und nicht jedes Substantiv braucht ein Adjektiv und du brauchst auch nicht überall „sehr“ hinzuschreiben.



6. Hole dir Feedback

Feedback ist ein heikles Thema. Am Anfang lohnt es sich auf jeden Fall, allein schon wegen Rechtschreibregeln und ähnlichem. Mit der Zeit wirst du aber verstehen, wem du deine Texte anvertrauen solltest (und das sollte nicht die Person sein, die immer nur sagt, ja passt alles).



7. Sei kein Schreibsklave

Für Vertoner zu schreiben, ist für einige Creepypastaautoren der heilige Gral. Ehrlich gesagt ist es einfach kostenlose Arbeit für andere und viele Autoren werden ausgenutzt. Am besten vertonst du selbst oder sorgst mit der Zeit dafür, das du auch was davon hast – beispielsweise schreibst du ein Buch, dass dann auch vom Vertoner beworben wird. Ich will nicht damit sagen, dass du keinem Vertoner deine Texte geben solltest, nur dass du dich auf lange Sicht fragst, wohin du damit willst.



Abschließende Worte

Wenn du gar keine Ahnung hast, womit du anfangen sollst, empfehle ich dir eine einseitige Geschichte mit einem Twist zu schreiben. Wenn man einen coolen Twist hat, also eine interessante, unterwartete Wendung, kann dieser eine Geschichte gut tragen. Atmosphäre und starke Charaktere mit gutem Dialog sind unglaublich wichtig, speziell für längere Geschichten, meiner Meinung nach erfordern diese allerdings mehr Arbeit und das ist etwas woran man sich mit der Zeit herantasten wird.


Viel Spaß!