Wie übersetze ich richtig Creepypastas?

Wenn du schon nicht selbst schreiben, aber trotzdem selbst bei den Texten Hand anlegen willst, kannst du Creepypastas übersetzen. Die folgenden Ratschläge beziehen sich allerdings auf das Übersetzen allgemein und nicht nur auf Creepypastas und Konsorten, auch wenn es dort einige Besonderheiten gibt.
Der Grund, warum man selbst übersetzt, ist, dass man mehr Kontrolle über die Übersetzung der Creepypasta hat und vor allem Creepypastas findet, die noch gar nicht im Deutschen (oder sogar im Englischen) vertont worden sind.


1. Google Übersetzer ist verboten

Viele wenig talentierte Übersetzer haben in der Vergangenheit einfach den Google Übersetzer benutzt und dann den Text nur noch geschönt. Maschinelle Übersetzungen eignen sich für mehr oder weniger gar nichts und auch wenn die Tools heute besser sind, sind sie literarischen Werken nicht gewachsen (deswegen gibt es ja auch noch den Beruf des Übersetzers). Wenn du nicht glaubst sonst gut genug zu sein oder es dir zu viel Aufwand ist, schreib die Geschichten einfach selbst oder nimm fertige Texte bzw. Übersetzungen von Creepypastas von anderen.


2. Duden ist dein Freund

Bei Übersetzungen, besonders wenn du sie als Text hochlädst oder jemand anderem zur Verfügung stellst, gilt: Achte auf Rechtschreibung und Grammatik. Wenn du nur für dich selbst übersetzt, kannst du natürlich etwas lockerer damit umgehen, da niemand ein fehlendes Komma oder einen Rechtschreibfehler hören wird.


3. Die Suche zahlt sich aus

Wenn du gute Geschichten zum Übersetzen finden willst, musst du teilweise lange suchen, aber es lohnt sich! Die nosleep-Sektion auf Reddit ist auf jeden Fall eine Reise wert, aber es gibt an vielen Stellen im Internet gute Creepypastas, die noch vollkommen unbekannt sind. Englische Vertoner zu hören, kann auch bei der Suche helfen, aber das machen mittlerweile einige. Bei den kleineren Vertonern findet man aber sicher noch einige unbekannte Juwelen!


4. Copyright

Auch bei Übersetzungen ist das Copyright wichtig, auch wenn manchmal Leute auf eine Absicherung verzichten, was aber zu Problemen führen kann. Um sicherzugehen frage einfach den Autor der Creepypasta, ob es in Ordnung ist, dass du sie übersetzt und dann hochlädst – damit bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Meistens klappt es auch ohne Nachfrage, aber sicher ist sicher. Wenn du sie vertonst oder irgendwo in der Textfassung hochlädst, stelle auf jeden Fall einen Link zu der Quelle zur Verfügung und nenne am besten noch den Autoren!


5. Lesen Lesen Lesen

Wie auch beim Schreiben, hilft es beim Übersetzen viel zu lesen. Einem fallen passendere Wörter ein, man kann besser die Sätze strukturieren und insgesamt wird deine übersetzte Creepypasta einfach angenehmer zu lesen und zu hören sein.


6. Achte auf Besonderheiten bei Reihen

Besonders bei Reihen wie den SCPs (auch wenn es sich hierbei nicht unbedingt um Creepypastas handelt) gibt es viele wiederkehrende und spezielle Begriffe, die einheitlich übersetzt werden sollten. Die schwierige Sprache machen sie auch zu den anspruchsvollsten Geschichten im Internet. Die Einheitlichkeit hat mich massiv gestört, als ich den zweiten Band der Southern Reach Trilogie* von Jeff VanderMeer gelesen habe. Im zweiten Band wird aus Geistervögelchen plötzlich Ghostbird und das war sehr irritierend. Sowas lässt sich vermeiden.


Fazit

Ich selbst empfehle es eher Creepypastas selbst zu schreiben, da man so noch mehr Kontrolle hat; aber ohne Übersetzungen wären wohl vielen Leuten richtig gute Creepypastas wie Psychosis, Candle Cove oder Night Running überhaupt nicht bekannt.
Falls du deine erste Creepypasta fertig hast, kannst du ja mit dem Vertonen beginnen! Wenn du dich für die Unterschiede zwischen Creepypastas und Horrorgeschichten interessierst, kannst du hier klicken.